Früher war alles besser

Liebe Leser,

die heutigen Sparer haben es schwer. Die Inflationsrate, also die durchschnittliche Teuerung, lag im Januar 2017 bei 1.9%, nach 1.7% im Dezember 2016. Die durchschnittliche Verzinsung, z.B. auf Tagesgeldkonten, liegt hingegen nur gerade noch über null. Ich habe einmal die jährlichen Inflationsraten und dagegen die durchschnittliche Verzinsung auf Tagesgeldkonten aus den Daten der Bundesbank herausgesucht und in einer Grafik dargestellt:


Im Grunde liegt also seit mindestens 2003, mit der Ausnahme von 2009, die Inflation über dem Durchschnittszins. Ganz besonders groß war die Differenz in 2011, nämlich bei etwa 1.5%. Sollte der aktuelle Trend sind fortsetzen, so wird es in diesem Jahr noch extremer. Jeder Sparer, der sein Geld auf einem Tagesgeldkonto parkt macht also de facto Verlust in Höhe der Differenz von Inflation und Tagesgeldzinssatz. Die Konsequenz ist ernüchternd, denn Spar- und Tagesgeldkonten gehören zu den quasi risikofreien Anlagemöglichkeiten.

Die klassischen Geldanlagen in der Generation meiner Eltern – das Sparkonto und der Bausparvertrag – sind heute reine Verlustgeschäfte. Früher bekam man auf dem Sparkonto 4 oder teils sogar 5 Prozent Zinsen, das war sogar noch in den 90er Jahren so. Heute sind es auf meinem Tagesgeldkonto noch 0.05%. Viele Menschen halten, aber teils aus Unwissenheit, teils aus Unsicherheit oder Angst, immer noch an diesen Konzepten zur Geldanlage fest. Doch die Zeit, in der sich das Geld auf Tagesgeld- und Sparkonten munter vermehrt, ist leider vorbei. Meiner Meinung nach kommt sie auch nicht wieder, denn ich habe ehrliche Zweifel, dass der Leitzins nochmal deutlich über 2 Prozent steigt.

Fazit: Ohne Risiko ist leider keine Rendite mehr möglich. Selbst Werterhaltung des Geldes funktioniert nicht ohne ein gewisses Risiko.

Was mache ich: Man sollte immer einen gewissen Notgroschen zur Hand haben. Ich halte daher auf einem Tagesgeldkonto circa zwei Monatsgehälter vor. Darüber hinaus lege ich mein Geld in gemischten und breit gestreuten ETFs an. Ein Teil der Anlage liegt in einem ETF auf europäische Staatsanleihen und dient als sicherer wenig schwankender Anteil. Der andere Teil meiner Anlage steckt in einem ETF auf den MSCI World und damit in mehr als 1600 Unternehmen weltweit. Dieser Teil der Geldanlage sorgt langfristig für die Rendite, schwankt aber mitunter sehr starkt. Durch die breite Streuung wird das Risiko gemindert. In meinen Musterdepots stelle ich Einmalanlagen und Sparpläne vor. Zusätzlich möchte auf auf meine Artikel zu ETF Musterdepot und zu ETF-Sparplan hinweisen.

 

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

ETF-Sparplan mit Musterdepot

Liebe Leser,

wir haben in früheren Beiträgen bereits ETF’s als kostengünstiges Investment kennen gelernt. Ebenfalls haben wir gesehen, dass Depots, welche eine Mischung aus einem ETF auf den MSCI World und einem ETF auf europäische Staatsanleihen beinhalten, eine einfache Möglichkeit sind langfristig und breit gestreut Geld anzulegen.

Einschub: Hier geht’s zum Einstiegsbeitrag über ETFs und hier findet ihr meinen Beitrag zur ETF-Geldanlage.

Mit meinem heutigen Beitrag möchte ich dieses Thema mit regelmäßigem sparen verknüpfen, denn viele Banken, insbesondere Direktbanken, bieten sogenannte Sparpläne auf verschiedene Produkte an. Bei einem Sparplan wird monatlich (wahlweise oft auch viertel- oder halbjährlich) ein bestimmter Betrag vom Konto abgebucht. Mit diesem Geld werden dann Fonds oder Aktien gekauft. Das Besondere dabei ist, dass keine ganzen Stückzahlen gekauft werden müssen, sondern auch z.B. 1.34928 Anteile von einem Fonds möglich sind. Viele Banken bieten auch Produkte ohne Gebühren an, sodass dann garantiert die gesamte Summe investiert wird. Zusätzlich lassen sich Sparpläne oft schon ab monatlichen Raten von 25€ abschließen und sind somit auch für den kleinen Geldbeutel attraktiv. Interessant an Sparplänen ist auch, dass fallende Kurse in sofern interessant sind, als dass dann eben mehr Anteile für den gleichen Betrag gekauft werden können.

Analog zu unseren ETF-Musterdepots möchte ich nun Sparplan-Musterdepots vorstellen – ein offensives, ein ausgewogenes und ein defensives Depot. Der Aktienanteil, wird durch einen ETF auf den MSCI World wiedergegeben und bietet höhere Renditechancen. Die zweite Komponente stellt ein ETF auf europäische Staatsanleihen und bildet eine weniger schwankende Komponente mit begrenzten Renditechancen. Hier nochmal der Überblick über beide Produkte:

KomponenteAnbieterISINGebühr p.a.Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
MSCI WorldComstageLU03924945620.20%+10,82%+10,53%+19,69%+22,64% +12,13%
db x-trackersLU02742086920.45%+10,44%+10,70%+20,02%+21,49%+12,62%
Staatsanleihen EuroComstageLU04446056450.12%+3,20%+1,23%+11,94% +2,57% +11,01%
db x-trackersLU02903557170.15%+3,35%+1,48%+12,89%+2,06%+10,83%

Zu beiden ETFs habe ich exemplarisch das Comstage und das db x-trackers Produkt aufgelistet. Jedoch gibt es hier auch analoge ETFs weiterer Anbieter.

Für das Sparplan Musterdepot nehmen wir nun an, dass wir ab dem 01.01.2012 monatlich jeweils 100€ eingezahlt haben. Je nach Depotvariante gehen davon 75€ in den ETF auf den MSCI World und 25€ in den ETF auf europäische Staatsanleihen (offensiv), 50€ in jedes der Produkte (ausgewogen) oder 25€ in den MSCI World und 75€ in den Rentenfonds (defensiv).

Hier die drei Varianten mit Performance nach Jahr im Überblick. Insgesamt sind die Zahlen der Einmalanlage recht ähnlich.

DepotvarianteAnteil MSCI WorldAnteil Staats- anleihen EuroStand (04.02.2017)Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
Offensiv75%25% 8.240,72€+9,79%+7,90%+18,58%+15,59%+7,64%
Ausgewogen50%50%7.749,52€+7,69%+5,83%+16,39%+11,09%+8,54%
Defensiv25%75%7.258,31€+5,39%+3,61%+14,08%+6,63%+9,44%

Zur besseren Übersicht habe ich die Performanceentwicklung noch einmal in einer Grafik visualisiert:


Neben der relativen Renditeentwicklung interessiert uns natürlich auch die absolute Wertentwicklung der Depots:

Wir sehen zu Beginn sehr genau die monatlichen Einzahlungen von 100€ und die daraus resultierenden Treppenstufen. Doch warum sind zu Beginn die Treppenstufen klar sichtbar und später nicht mehr? Das hat den einfachen Grund, dass die Anlagesumme viel höher ist. Sinkt zum Beispiel eine Anlage von 500€ um 2%, so geht es 10€ nach unten – das ist auf der Skala oben kaum sichtbar. Sinkt dagegen eine Anlage von 8.000€ um 2%, so geht es 160€ nach unten – das sieht man schon eher. Die höhere Rendite des ausgeglichenen und offensiven Depots (siehe oben) sieht man dann im Laufe der Zeit immer deutlicher. Trotz gleicher Einzahlungen erhöht sich der absolute Wert des Depots deutlich stärker.

Kommen wir zur Interpretation: Seit 2012 sind die Depots mit höheren Aktienquoten besser gelaufen. Es ist aber zu erwarten, dass diese Depots bei einem Kursrutsch an den Aktienmärkten auch deutlich stärker sinken. Wie viel Risiko man eingehen möchte ist eine persönliche Entscheidung. Jeder investierte Euro muss entbehrbar sein (zumindest über einen Zeitraum von 10 – 15 Jahren). Auch können herbe Verluste eintreten – sogar ein Totalverlust ist (zwar extrem unwahrscheinlich, aber ) möglich. Wer kein Risiko eingehen möchte, der setzt besser auf Tagesgeld oder Festgeld. Diese Sicherheit kostet jedoch massiv Rendite. Das ist eine komplexe Entscheidung.

Für den Nachbau des Musterdepots benötigt ihr zunächst ein Wertpapierdepot. Ich rate zu Onlineanbietern, da sie deutlich bessere Konditionen haben, als Hausbanken. Ich bin zum Beispiel bei der Consorsbank, dort sind Sparpläne ab 25€ möglich und es gibt für Sonderaktionen für Comstage Produkte.

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

ETF Musterdepot – Geld anlegen leicht gemacht

Liebe Leser,

in meinem heutigen Beitrag möchte ich anhand von ETF Musterdepots zeigen, wie man mittels Indexfonds einfach und trotzdem breit gestreut anlegen kann. In früheren Beiträgen habe ich bereits über kostengünstige Geldanlage mit ETFs berichtet (siehe Geld anlegen mit ETFs). Diese Fonds werden nicht aktiv verwaltet, sondern bilden einen bestimmen Index ab, zum Beispiel den MSCI World. Dieser Index spiegelt die Wertentwicklung der 1600 Unternehmen mit dem größten Börsenwert und bildet somit ca 85% des weltweiten Aktienmarktes von Unternehmen ab. Einfach diesen Index abzubilden klingt verblüffend einfach, jedoch schlagen ETFs die meisten aktiv verwalteten Fonds in ihrem Sektor. Das liegt zum Beispiel  daran, dass sie in der Regel eine Verwaltungsgebühr von deutlich unter 1% nehmen. Aktive verwaltete Fonds nehmen da schon gern 2% – 3%, das muss der Fondsmanager erstmal zusätzlich rausholen.

Ich möchte in diesem Beitrag drei Musterdepots behandeln. Ein offensives, ein ausgewogenes und ein defensives Depot. Alle drei Varianten bestehen aus einem Aktienanteil, welcher durch einen ETF auf den MSCI World wiedergegeben wird. Dieser Anteil hat eine hohe Volatilität (Schwankung, siehe Beitrag), jedoch auch große Renditechancen. Der zweite Anteil besteht aus einem ETF auf europäische Staatsanleihen und bildet eine weniger schwankende Komponente mit begrenzten Renditechancen.

Beginnen wir mit den beiden ETFs:

KomponenteAnbieterISINGebühr p.a.Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
MSCI WorldComstageLU03924945620.20%+10,82%+10,53%+19,69%+22,64% +12,13%
db x-trackersLU02742086920.45%+10,44%+10,70%+20,02%+21,49%+12,62%
Staatsanleihen EuroComstageLU04446056450.12%+3,20%+1,23%+11,94% +2,57% +11,01%
db x-trackersLU02903557170.15%+3,35%+1,48%+12,89%+2,06%+10,83%

Ich gebe für beide Komponenten zwei mögliche Alternativen an, jedoch gibt es auch noch weitere Anbieter mit ETFs auf ebendiese Indices. Der Anbieter steht für die Gesellschaft, die den Fonds verwaltet. Alle werden durch die BaFin überwacht und das Fondsvermögen ist bei allen Anbietern geschützt. Meine erste Wahl ist daher wegen der geringen Verwaltungsgebühr das Comstage Produkt. Zusätzlich gibt es momentan zahlreiche Sonderaktionen mit reduziertem Ausgabeaufschlag (z.B. bei der Consorsbank). Der Begriff ISIN wird im Stichwortlexikon erklärt.

Für die ETF-Musterdepots nehmen wir nun an, dass wir am 01.01.2012 einen Einmalbetrag von jeweils 10.000€ in die Depots investiert haben. Aufgabeaufschläge habe ich nicht einkalkuliert. Im offensiven Depot wird das Geld zu 75% in den MSCI World und zu 25% in Staatsanleihen investiert. Das defensive Depot hat eine Aufteilung von je 50% und das defensive Depot setzt lediglich auf 25% MSCI World und 75% Staatsanleihen. Es folgt die Übersicht über alle Depotvarianten und der Performance seit dem Start:

DepotvarianteAnteil MSCI WorldAnteil Staats- anleihen EuroStand (25.01.2017)Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
Offensiv75%25% 18.152,66€+9,17%+8,88%+18,20%+16,67%+10,27%
Ausgewogen50%50%16.468,90€+7,51%+6,65%+16,30%+12,00%+10,60%
Defensiv25%75%14.785,14€+5,56%+4,14%+14,23%+7,16%+10,93%

Die Performance seit Start kann sich wirklich sehen lassen. Das offensive und ausgewogene Depot haben sich sichtbar besser entwickelt, als die defensive Variante. Es ist jedoch zu erwarten, dass es bei dem nächsten Kurssturz auf den Aktienmärkten entsprechend stärker bergab geht. Jeder muss hier seine persönliche Risikobereitschaft abschätzen und nur so viel Geld investieren wie er entbehren kann (zumindest über einen Zeitraum von 10 – 15 Jahren). Außerdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass auch herbe Verluste eintreten können und zukünftige Gewinne keineswegs garantiert sind. Wer kein Risiko eingehen möchte, der setzt besser auf Tagesgeld oder Festgeld. Dieser Gewinn an Sicherheit kostet jedoch Rendite – keine leichte Entscheidung, ich weiß!

Was mache ich? Ich habe mich für die offensive Depotvariante entschieden. Neben den hier beschriebenen Einmalanlagen spare ich monatlich in ETFs auf den MSCI World und einen ETF auf Staatsanleihen Euro. Musterdepots mit Sparplänen stelle ich in einem späteren Beitrag vor.

Falls ihr das Musterdepot nachbauen wollt benötigt ihr zunächst ein Wertpapierdepot. Ich würde zu Onlineanbietern raten, da sie deutlich bessere Konditionen haben, als Hausbauen. Ich bin z.B. bei der Consorsbank. Über eure Bank könnt ihr dann einfach eine bestimmte Stückzahl der Fonds kaufen und in euer Depot legen lassen.

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Geld anlegen mit ETFs

Liebe Leser,

die Deutschen sind Weltmeister im sparen, aber schneiden bei der Geldanlage ziemlich schlecht ab. Das stellen Untersuchungen regelmäßig fest (siehe z.B. Welt Artikel). Grund dafür ist in der Regel die mangelnde Risikobereitschaft bei der Geldanlage, frei nach dem Motto: Lieber gar keine Zinsen bekommen, als Geld verlieren. Doch beim „Geld verlieren“ kommt es auf die Betrachtungsweise an:

Halten wir zunächst fest, dass Aktienmärkte schwanken. Das ist völlig normal. Die Aktien eines Unternehmens können innerhalb weniger Tage einen Großteil ihres Wertes verlieren oder das Unternehmen ist bankrott und die Aktien quasi wertlos. Deshalb meine erste Grundregel: Ich verteile mein Geld immer auf möglichst viele verschiedene Titel. Eine bequeme Möglichkeit sind Aktienfonds. Sie verteilen ihr Geld auf hunderte oder manchmal sogar tausende Unternehmen. Somit wird das Risiko gestreut und die Wertentwicklung eines Einzelunternehmens wirkt sich kaum aus.

Problematisch bei sogenannten aktiven Aktienfonds ist, dass dort ein Manager sitzt und entscheidet wann welcher Titel gekauft wird. Dazu mag der Entscheider viele verschiedene Kriterien nutzen, letztlich versucht er aber die Zukunft vorherzusagen und das ist bekanntlich eher schwierig. Für diese aktive Verwaltung wird dann in der Regel eine Gebühr fällig, die nicht selten 2 – 3 % pro Jahr beträgt.

Sogenannte Indexfonds oder ETFs (Link zu Wikipedia) verfolgen ein anderes Konzept. Sie bilden lediglich einen Index (wie z.B. den DAX oder den Dow Jones) ab und fallen oder steigen wenn der Index fällt oder steigt. Letztlich läuft im Hintergrund einfach eine Software. Die Kostenstruktur ist deutlich attraktiver. Nur wenige ETFs nehmen mehr als 1% Gebühren, einige kommen sogar mit 0.15% im Jahr klar. Damit der aktiv gemanagte Fonds den ETF schlägt, muss er besser abschneiden als der Index und zusätzlich seine jährlichen Gebühren erwirtschaften. Das gelingt kaum einem aktiven Fondsmanager, wie z.B. Stiftung Warentest (Link zum Artikel) oder Morningstar (Link zum Artikel) zeigen. So sind gerade einmal 5% der aktiven Fonds im Stande langfristig den Vergleichsindex zu schlagen, und wer weiß schon ob er gerade einen dieser Fonds im Depot hat.

Für Anleger die ihr Vermögen auf möglichst viele Unternehmen verteilen wollen und gleichzeitig nur geringe Gebühren zahlen möchten empfiehlt sich ein ETF auf den MSCI World. Dieser Index bildet mehr als 1600 Unternehmen aus 23 Ländern ab.

Zu den Zahlen: Zwischen den Jahren 1970 und 2016 bekamen Anleger eine jährliche Rendite von durchschnittlich 7%. Wichtig hierbei ist aber, dass es sich um Durchschnittswerte handelt! Die Anlage in den MSCI World ist langfristig, also sollte man sein Geld durchaus 10 Jahre entbehren können. Auf Sicht von 15 Jahren hat man, egal wann man ein oder ausgestiegen ist, niemals einen Verlust gemacht. Auf kurze Sicht kann man auch mit Indexfonds Geld verlieren, aber auf lange Sicht haben sie eine sehr gute Perspektive. Finanztip bietet für Interessierte Anleger einen detailierten Artikel mit vielen weiteren Informationen an.

Was mache ich: Ich lege einen Teil meines Geldes im Comstage MSCI World (Link zu Finanzen.net) an. Die Verwaltungsgebühren liegen bei günstigen 0.2% jährlich. Dabei zahle ich jeden Monat einen festen Betrag in einen Sparplan ein. Für diesen Betrag kauft dann meine Bank (die Consorsbank) Anteile an dem Fonds (das sind in der Regel ungerade Zahlen, also z.B. 0,93473 Anteile). Schön ist, dass die Consorsbank aktuell keine Kaufgebühren für Comstage Produkte nimmt und auch das Depot kostenlos ist. Es bleibt also bei 0.2% Gebühren jährlich. Ich möchte nochmal unterstreichen, dass dieses Geld für mich langfristig entbehrlich ist und als private Altersvorsorge dienen soll. Wenn alles glatt läuft, dann hat der MSCI World also wenigstens 30 Jahre Zeit eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Wer in zwei Jahren ein Auto kaufen möchte, der ist mit diesem Produkt definitiv falsch beraten.

 

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Riester – für mich eine gute Sache

Liebe Leser,

in diesem Beitrag möchte ich erzählen, wie das Riestern funktioniert und warum ich mich für meinen Vertrag entschieden haben und zudem eine sinnvolle Alternative vorstellen. Beginnen möchte ich diesen Artikel mit einem Gespräch, das ich exakt so geführt habe:

Ich: „Ich hab jetzt übrigens einen Riester-Vertrag abgeschlossen.“

Gesprächspartner: „Riester? Das ist doch quatsch!“

Ich: „Warum soll das quatsch sein?“

Gesprächspartner: „Alle sagen doch, dass sich das gar nicht lohnt.“

Ich: „Doch, das lohnt sich und ist ne super Sache – wenn man es richtig macht.“

Dieses Gespräch trift den Nagel auf den Kopf. Die Riester Rente hat in der Bevölkerung keinen besonders guten Ruf. Zu Unrecht finde ich!

Beginnen wir erstmal mit den Rahmenbedingungen der Riester-Rente, denn die Idee dahinter ist gut – der Staat möchte uns bei der Altersvorsorge unterstützen. Die Unterstützung gibt es zum Einen in Form einer Zulage und zum Anderen durch Steuervergünstigungen. Wenn ihr jährlich 4% eures Bruttoeinkommens in ein Riesterprodukt steckt, so packt der Staat nochmal 154€ oben drauf. Für jedes Kind gibt es dann nochmal 300€ (bzw. 185€ wenn das Kind vor 2008 geboren wurde). Maximal muss man jedoch nur 2100€ abzüglich der Zulagen einbezahlen.

Was mache ich: Ich zahle im Monat 165€ (habe auf diesen Betrag aufgerundet) ein und komme so auf 1980€ jährlich. Der Staat packt dann 154€ oben drauf. Zusätzlich kann ich diesen Betrag noch in der Steuererklärung voll geltend machen und erhalte damit circa 700€ an Steuern zurück. Die Versteuerung erfolgt erst in der Rente und liegt damit höchstwahrscheinlich deutlich unter meinem aktuellen Steuerniveau. Somit liegen am Ende eines Jahres auf meinem Riesterkonto etwa 2100€, obwohl ich nur 1280€ eingezahlt habe. Das sind schon mal ordentliche Zahlen, oder?

Der schlechte Ruf: Der schlechte Ruf der Riester-Rente rührt daher, dass es auf dem Markt viele Anbieter gibt, die für ihr Riester-Produkt sehr höhe Gebühren einfordern. So werden oft von den monatlichen Einzahlungen direkt ein bestimmter Anteil abgezogen und zusätzlich berechnet man noch laufende Gebühren. Ein Riester-Vertrag kann oft mehrere tausend Euro Abschlussgebühren kosten, die dann in den ersten Jahren abgezogen werden. Ein gutes Riester-Produkt sollte also wenig kosten.

Vielfach wird auch Augenwischerei betrieben: Beispielsweise geben Anbieter gern an, dass ein Produkt X% Zinsen pro Jahr abwirft. Dieser Prozentsatz bezieht sich aber in der Regel nur auf den Sparanteil (eingezahlte Summe abzüglich Kosten). Doch was bringen mir 4% Zinsen, wenn von der Einzahlung erstmal 50% abgezogen werden? Da dauert es lange, bis ich meine Kosten wieder drin habe. Also vorsichtig sein!

Welches Produkt nehme ich: Ich zahle in einen ganz einfachen Banksparplan ein, mehr nicht. Das Geld liegt dabei auf einem Sparkonto. Der Guthabenzins liegt dafür aktuell zwar nur bei 0.1%, jedoch kostet das Bankkonto im Jahr gerade einmal 10€. Die Rendite, die ich mit den Zulagen und Steuerersparnissen bekomme ist sehr gut (wobei man natürlich sagen muss, dass der effektive Zins bei längerer Laufzeit deutlich sinkt). Für mich ist der Banksparplan das richtige Produkt, denn ich möchte in einigen Jahren ein Haus kaufen. In der Regel lassen sich die Guthaben in Riesterverträgen in eine selbstgenutzte Immobilie einbringen. Das Geld wird also nicht ewig auf diesem Bankkonto liegen. Zudem lässt sich ein Riestervertrag in der Regel jederzeit aussetzen.

Ich sehe meinen Riestervertrag auch als sicheren Teil meines Wertanlageportfolios (mehr dazu in einem anderen Beitrag), denn alle Einlagen sind hier besonders geschützt und unterliegen, weil sie nur auf dem Bankkonto liegen, keinen Schwankungen und (wenn wir mal einen Totalcrash der Wirtschaft ausschließen) keinem Risiko.

Alternativen: Wer auf eine echte Rente mit Riester setzt (und nicht wie ich eine Hausfinanzierung plant), der sollte sich am Besten mal Fairriester ansehen. Der Anbieter investiert die Riesterbeiträge in günstige ETF-Indexfonds (mehr dazu in einem anderen Beitrag) am Kapitalmarkt. Die Gebührenstruktur ist durchsichtig und sehr niedrig. Außerdem wird Fairriester von Finanztip (siehe Artikel) und Finanztest (siehe Artikel) empfohlen.

Fazit: Riestern ist eine ziemlich gute Sache, sofern man das richtige kostengünstige Produkt wählt.

 

Weitere Informationen findet ihr bei

 

Alles Gute,

Hendrik