Dispokredit – Zinsberechnung

Liebe Leser,

heute geht es um den Dispokredit. Bei vielen von euch hatte der Kontostand auf dem Girokonto sicher schon mal ein Minus davor. Manchmal muss vielleicht die Miete etwas früher gezahlt werden, als das Gehalt für den nächsten Monat reinkommt oder mitten im Monat kommt eine unerwartete Abbuchung. Nun ist die Hausbank in der Regel großzügig und gewährt diese Überziehung problemlos. Man nennt dies „Dispokredit“ oder „geduldete Kontoüberziehung“.

Ich habe mich gestern gefragt: was kostet der Spaß eigentlich? Ein Blick auf meine Kontoinformationen sagt „SollzinssatzZinssatz p. a. 10,404 %„. Soll heißen, dass es mich 10,40€ kostet wenn ich das ganze Jahr über mit 100€ im Minus bin. Das ist aber fern der Praxis, denn (zumindest) ich bin nur dann und wann mal ein paar Tage im Minus. Konstruieren wir uns mal einen Beispielmonat:

Beispiel:

Tag 1 – 3: Kontostand 1000€

Tag 4 – 17: Kontostand 500€

Tag 18 – 27: Kontostand 200€

Tag 28 – 30: Kontostand -1000€

Ich bin also 3 Tage im Monat im Minus, aber die restlichen im Plus. Der durchschnittliche Guthabenstand liegt sogar bei +300€. Ginge man danach, so müsste ich gar nichts zahlen. Leider rechnen Banken die Dispozinsen taggenau ab. Das heißt, ich zahle für jeden Tag 1/360 * 10,404% an Zinsen. Das macht für Tag 28 – 30 jeweils etwa 0,29€ (1/360 * 0,10404*1000€) an Zinskosten. Da der Guthabenzins bei 0% liegt, bekomme ich für alle anderen Tage nichts.

In der Summe zahle ich also circa 0,87€ an Zinsen, obwohl ich im Beispielmonat nur drei Tage im Minus bin und eigentlich ja sogar einen positiven Gesamtdurchschnitt habe. Für die Bank ist das sicher eine gute Einnahmequelle.

Mein Tipp: Nutzt euren Dispokredit lieber nicht, denn schon kurze Überziehungen sind teuer. Ich werde zukünftig versuchen negative Kontostände sofort auszugleichen, indem ich direkt Geld von meinem Tagesgeldkonto transferiere.

Nachrechnen: Wer selbst nachrechnen möchte findet hier meine Excelltabelle

Weitere Informationen: Hier noch ein Artikel zur deutschen Zinsberechnungsmethode bei Wikipedia, denn bei der Zinsberechnung geht man von 360 Tagen im Jahr aus: Zinsberechnungsmethode

 

Alles Gute weiterhin,

Hendrik