Riester – für mich eine gute Sache

Liebe Leser,

in diesem Beitrag möchte ich erzählen, wie das Riestern funktioniert und warum ich mich für meinen Vertrag entschieden haben und zudem eine sinnvolle Alternative vorstellen. Beginnen möchte ich diesen Artikel mit einem Gespräch, das ich exakt so geführt habe:

Ich: „Ich hab jetzt übrigens einen Riester-Vertrag abgeschlossen.“

Gesprächspartner: „Riester? Das ist doch quatsch!“

Ich: „Warum soll das quatsch sein?“

Gesprächspartner: „Alle sagen doch, dass sich das gar nicht lohnt.“

Ich: „Doch, das lohnt sich und ist ne super Sache – wenn man es richtig macht.“

Dieses Gespräch trift den Nagel auf den Kopf. Die Riester Rente hat in der Bevölkerung keinen besonders guten Ruf. Zu Unrecht finde ich!

Beginnen wir erstmal mit den Rahmenbedingungen der Riester-Rente, denn die Idee dahinter ist gut – der Staat möchte uns bei der Altersvorsorge unterstützen. Die Unterstützung gibt es zum Einen in Form einer Zulage und zum Anderen durch Steuervergünstigungen. Wenn ihr jährlich 4% eures Bruttoeinkommens in ein Riesterprodukt steckt, so packt der Staat nochmal 154€ oben drauf. Für jedes Kind gibt es dann nochmal 300€ (bzw. 185€ wenn das Kind vor 2008 geboren wurde). Maximal muss man jedoch nur 2100€ abzüglich der Zulagen einbezahlen.

Was mache ich: Ich zahle im Monat 165€ (habe auf diesen Betrag aufgerundet) ein und komme so auf 1980€ jährlich. Der Staat packt dann 154€ oben drauf. Zusätzlich kann ich diesen Betrag noch in der Steuererklärung voll geltend machen und erhalte damit circa 700€ an Steuern zurück. Die Versteuerung erfolgt erst in der Rente und liegt damit höchstwahrscheinlich deutlich unter meinem aktuellen Steuerniveau. Somit liegen am Ende eines Jahres auf meinem Riesterkonto etwa 2100€, obwohl ich nur 1280€ eingezahlt habe. Das sind schon mal ordentliche Zahlen, oder?

Der schlechte Ruf: Der schlechte Ruf der Riester-Rente rührt daher, dass es auf dem Markt viele Anbieter gibt, die für ihr Riester-Produkt sehr höhe Gebühren einfordern. So werden oft von den monatlichen Einzahlungen direkt ein bestimmter Anteil abgezogen und zusätzlich berechnet man noch laufende Gebühren. Ein Riester-Vertrag kann oft mehrere tausend Euro Abschlussgebühren kosten, die dann in den ersten Jahren abgezogen werden. Ein gutes Riester-Produkt sollte also wenig kosten.

Vielfach wird auch Augenwischerei betrieben: Beispielsweise geben Anbieter gern an, dass ein Produkt X% Zinsen pro Jahr abwirft. Dieser Prozentsatz bezieht sich aber in der Regel nur auf den Sparanteil (eingezahlte Summe abzüglich Kosten). Doch was bringen mir 4% Zinsen, wenn von der Einzahlung erstmal 50% abgezogen werden? Da dauert es lange, bis ich meine Kosten wieder drin habe. Also vorsichtig sein!

Welches Produkt nehme ich: Ich zahle in einen ganz einfachen Banksparplan ein, mehr nicht. Das Geld liegt dabei auf einem Sparkonto. Der Guthabenzins liegt dafür aktuell zwar nur bei 0.1%, jedoch kostet das Bankkonto im Jahr gerade einmal 10€. Die Rendite, die ich mit den Zulagen und Steuerersparnissen bekomme ist sehr gut (wobei man natürlich sagen muss, dass der effektive Zins bei längerer Laufzeit deutlich sinkt). Für mich ist der Banksparplan das richtige Produkt, denn ich möchte in einigen Jahren ein Haus kaufen. In der Regel lassen sich die Guthaben in Riesterverträgen in eine selbstgenutzte Immobilie einbringen. Das Geld wird also nicht ewig auf diesem Bankkonto liegen. Zudem lässt sich ein Riestervertrag in der Regel jederzeit aussetzen.

Ich sehe meinen Riestervertrag auch als sicheren Teil meines Wertanlageportfolios (mehr dazu in einem anderen Beitrag), denn alle Einlagen sind hier besonders geschützt und unterliegen, weil sie nur auf dem Bankkonto liegen, keinen Schwankungen und (wenn wir mal einen Totalcrash der Wirtschaft ausschließen) keinem Risiko.

Alternativen: Wer auf eine echte Rente mit Riester setzt (und nicht wie ich eine Hausfinanzierung plant), der sollte sich am Besten mal Fairriester ansehen. Der Anbieter investiert die Riesterbeiträge in günstige ETF-Indexfonds (mehr dazu in einem anderen Beitrag) am Kapitalmarkt. Die Gebührenstruktur ist durchsichtig und sehr niedrig. Außerdem wird Fairriester von Finanztip (siehe Artikel) und Finanztest (siehe Artikel) empfohlen.

Fazit: Riestern ist eine ziemlich gute Sache, sofern man das richtige kostengünstige Produkt wählt.

 

Weitere Informationen findet ihr bei

 

Alles Gute,

Hendrik