Dividendenaristokraten

Liebe Leser,

ich habe in letzter Zeit häufiger über sogenannte Dividendenaristokraten gelesen. Das sind Unternehmen, die über viele Jahre hinweg zumindest eine konstante Dividende zahlen oder sogar diese sogar steigern konnten.

Beginnen wir mit der Begriffsdefinition: Eine Dividende ist die Zahlung eines Unternehmens an seine Aktieninhaber. Typischerweise wird von dem Unternehmen ein Teil des Gewinns ausgezahlt. Es besteht aber keine Verpflichtung zur Auszahlung einer Dividende. Auf der anderen Seite können aber einflussreiche Anteilseigner (z.B. Pensionsfonds) auf eine Dividende in bestimmter Höhe drängen. Weiter muss eine Dividende auch nicht aus einem Gewinn bestehen, das Unternehmen kann auch einen Teil seiner Reserven auszahlen. Dividenden werden typischerweise jährlich ausgezahlt.

Die Strategie auf Dividendenaristokraten zu setzen klingt einleuchtend. Es ist zu erwarten, dass ein Unternehmen, welches über Jahre hinweg einen Teil seiner Gewinne ausschüttet, wirtschaftlich in einer guten Position ist. Die Aktie ist zusätzlich attraktiv, weil der Aktieninhaber durch die Dividende regelmäßig eine Art Zins bekommt und nicht nur über Wertsteigerungen von seinen Aktien profitieren kann.

Um die Dividendenstrategie auf Herz und Nieren zu prüfen habe ich ein paar Vergleiche angestellt. Beginnen möchte ich mit einer globalen Ausrichtung. Dafür nehme ich als Vertreter der Dividendenstrategie den Fonds iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF. Dieser enthält Unternehmen aus Nordamerika, Europa und dem Asien/Pazifik-Raum und setzt auf 100 Aktien mit hohen Dividendenrenditen. Auf Seiten der klassischen Anlage möchte ich den ComStage MSCI World TRN UCITS ETF gegenüberstellen, welcher die Wertentwicklung von mehr als 1600 Unternehmen aus 23 Ländern abbildet. Dieser Fonds bildet Wertentwicklungen von Unternehmen ab, egal ob oder wie hoch eine Dividende ausgezahlt wird. Zahlt ein Unternehmen im Fonds eine Dividende aus, so wird diese wiederangelegt.

Für die folgende Simulation habe ich zum 01.01.2010 jeweils 1000 virtuelle Euro in den Fonds investiert. Alle Ausschüttungen des Dividenenfonds wurden reinvestiert (hier habe ich keine Kosten angesetzt und damit günstig für den Dividendenfonds gerechnet). Die Wertentwicklung beider Produkte in der Übersicht:

Wir sehen jetzt eine etwas unklare Entwicklung. In den Jahren 2010 bis Anfang 2013 hatte der Dividendenfonds die Nase vorn. In den Jahren 2013 und 2014 waren beide Fonds gleichauf. Danach hat sich der Fonds auf den MSCI World aber deutlich besser entwickelt und ist nun bereits über 30% über dem Dividendenprodukt, wobei sich beide Fonds sehr gut entwickelt haben.

Mögliche Erklärungen, dass hohe Dividendenzahlungen vielleicht nicht ein Indikator für gute Aktien sein müssen könnte folgende Interpretation sein: Finanzielle Mittel, die ein Unternehmen an seine Eigner auszahlt können nicht für Übernahmen oder Forschung/Entwicklung eingesetzt werden. Somit könnte man auch argumentieren, dass sich ein Unternehmen durch eine Dividende auf lange Sicht eher schwächt.

Fazit: Dividendenaristokraten sind durch ihre Regelmäßigen Auszahlungen attraktiv, denn der Anleger bekommt eine Art Zins ausgezahlt. Auf lange Sicht scheint die Dividendenstrategie aber nicht vorteilhaft zu sein. Ich werde in diesem Segment nicht investieren und würde insgesamt raten, allenfalls einen Teil seiner Gelder dort zu investieren. Ganz und gar abraten möchte ich von Depots, die auf wenige (unter 10) Einzelaktien (sogar vielleicht nur aus Deutschland) setzen. Hierdurch ist man zu wenig diversifiziert und z.B. beim Ausfall von einem Investment direkt massiv geschädigt.

Was denkt ihr zu Dividendenaristokraten? Schreibt gern einen Kommentar!

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

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