Zeit für den Vertrags- und Versicherungscheck

Liebe Leser,

das neue Jahr ist nun schon knapp vier Wochen alt. Für mich ist das  immer eine gute Gelegenheit meine Verträge, Versicherungen und Abos einmal alle auf den Prüfstand zu stellen. Prinzipiell weiß man natürlich was alles abgeschlossen ist, aber ich finde es hilfreich eine Excel-Tabelle (oder klassisch auf Papier;) ) zu erstellen. Dort trage ich ein: Art des Produkts (z.B. Autoversicherung), Anbieter, Anschrift, Kundennummer, Vertragslaufzeit, Status, monatliche Kosten. Das hilft schon einen Überblick zu kommen. Dann überlege ich bei jedem Vertrag/Versicherung/Abo: Brauche ich das überhaupt? Falls ja, gibt es vielleicht eine günstigere Alternative? Diese Fragen lassen sich natürlich nicht pauschal beantworten, deshalb möchte ich auf ein paar Punkte im Detail eingehen.

  • Stromanbieter: Hier lässt sich einfach und unkompliziert Geld sparen. Meinen Vertrag kündige ich einfach alle 12 Monate (z.B. über Aboalarm) und suche mir über Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 einen neuen Anbieter. Hier suche ich mir nicht unbedingt den allergünstigsten Anbieter aus, sondern beziehe auch Kundenbewertungen und Bekanntheit des Unternehmens in meine Wahl mit ein. Den gesamten Wechsel übernimmt mein neuer Anbieter, ich muss lediglich zum Vertragsende meinen Zählenstand auf eine Postkarte schreiben und einschicken. Ich spare so locker 200€ im Jahr!
  • Internet/Telefon: Hier kündige ich grundsätzlich meinen Vertrag, nachdem er aktiv ist. Ich habe bei uns in Münster die Wahl zwischen Kabelinternet und „normalem“ über’s Telefonkabel und somit die freie Wahl zwischen allen Anbietern. Ich hatte mir eigentlich schon einen neuen Anbieter ausgesucht, jedoch rief mich kurz vor dem letzten Vertragsende im November mein Altanbieter an und bot mir die Bedingungen eines Neuvertrags an, wenn ich meinen Vertrag verlängere. Das hätte ohne laufende Kündigung sicher nicht getan. Außerdem: Eine Kündigung lässt sich jederzeit zurückziehen. Der Anbieter beschwert sich darüber bestimmt nicht.
  • Handyvertrag: Hier kündige ich ebenfalls immer direkt zu Vertragsende und wechsel den Anbieter. Ich bin im letzten Herbst zur Telekom gewechselt, aber habe mir vorher die Gesamtkostenrechnung bei Mydealz angesehen. Fleißige User rechnen dort, wie teuer ein Vertrag wird wenn man alle Boni und Erträge durch den Verkauf der Hardware mit einbezieht. Ich habe daraufhin einen Vertrag mit Handy genommen und das Handy direkt verkauft, weil mein altes Gerät mit seinen zwei Jahren immer noch super funktioniert. Netto komme ich so auf etwas weniger als 10€ pro Monat.
  • Krankenversicherung: Auch bei der Krankenversicherung gibt es für mich beträchtliches Sparpotential. Ich bin gesetzlich versichert und kann daher frei zwischen den Krankenkassen wechseln. Die Leistungen überschneiden sich zu 95%. Ein Wechsel ist immer möglich wenn man wenigstens 18 Monate Mitglied ist, wenn entweder die Kasse ihren Zusatzbeitrag erhöht. Spar man so 0.5% vom Zusatzbeitrag, so entspricht das im Prinzip einer Lohnerhöhung in ähnlicher Höhe!
  • Sonstige Versicherungen: Meine sonstigen Versicherungen (z.B. Privathaftpflicht, Rechtschutz, Hausrat etc.) kann ich in der Regel jährlich kündigen. Ich erkundige dann immer, ob es eine günstigere Versicherung mit dem gleichen Schutz, oder vielleicht eine Tarif zu gleichen Konditionen aber mit besserem Schutz gibt. Auch gilt es zu bedenken, dass Paare, die unter einem Dach leben, in der Regel nur eine der genannten Versicherungen benötigen.
  • Zeitschriftenabos: Bei Zeitungs- und Zeitschriftenabos stelle ich mir beim Check immer die ehrliche Frage: Liest du das auch regelmäßig? Oft muss ich nein sagen, denn mir fehlt die Zeit dazu. Deshalb reicht es oft aus, wenn man sich das Heft dann und wann mal beim Kiosk kauft.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar sinnvolle Anregungen geben.

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

ETF Musterdepot – Geld anlegen leicht gemacht

Liebe Leser,

in meinem heutigen Beitrag möchte ich anhand von ETF Musterdepots zeigen, wie man mittels Indexfonds einfach und trotzdem breit gestreut anlegen kann. In früheren Beiträgen habe ich bereits über kostengünstige Geldanlage mit ETFs berichtet (siehe Geld anlegen mit ETFs). Diese Fonds werden nicht aktiv verwaltet, sondern bilden einen bestimmen Index ab, zum Beispiel den MSCI World. Dieser Index spiegelt die Wertentwicklung der 1600 Unternehmen mit dem größten Börsenwert und bildet somit ca 85% des weltweiten Aktienmarktes von Unternehmen ab. Einfach diesen Index abzubilden klingt verblüffend einfach, jedoch schlagen ETFs die meisten aktiv verwalteten Fonds in ihrem Sektor. Das liegt zum Beispiel  daran, dass sie in der Regel eine Verwaltungsgebühr von deutlich unter 1% nehmen. Aktive verwaltete Fonds nehmen da schon gern 2% – 3%, das muss der Fondsmanager erstmal zusätzlich rausholen.

Ich möchte in diesem Beitrag drei Musterdepots behandeln. Ein offensives, ein ausgewogenes und ein defensives Depot. Alle drei Varianten bestehen aus einem Aktienanteil, welcher durch einen ETF auf den MSCI World wiedergegeben wird. Dieser Anteil hat eine hohe Volatilität (Schwankung, siehe Beitrag), jedoch auch große Renditechancen. Der zweite Anteil besteht aus einem ETF auf europäische Staatsanleihen und bildet eine weniger schwankende Komponente mit begrenzten Renditechancen.

Beginnen wir mit den beiden ETFs:

KomponenteAnbieterISINGebühr p.a.Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
MSCI WorldComstageLU03924945620.20%+10,82%+10,53%+19,69%+22,64% +12,13%
db x-trackersLU02742086920.45%+10,44%+10,70%+20,02%+21,49%+12,62%
Staatsanleihen EuroComstageLU04446056450.12%+3,20%+1,23%+11,94% +2,57% +11,01%
db x-trackersLU02903557170.15%+3,35%+1,48%+12,89%+2,06%+10,83%

Ich gebe für beide Komponenten zwei mögliche Alternativen an, jedoch gibt es auch noch weitere Anbieter mit ETFs auf ebendiese Indices. Der Anbieter steht für die Gesellschaft, die den Fonds verwaltet. Alle werden durch die BaFin überwacht und das Fondsvermögen ist bei allen Anbietern geschützt. Meine erste Wahl ist daher wegen der geringen Verwaltungsgebühr das Comstage Produkt. Zusätzlich gibt es momentan zahlreiche Sonderaktionen mit reduziertem Ausgabeaufschlag (z.B. bei der Consorsbank). Der Begriff ISIN wird im Stichwortlexikon erklärt.

Für die ETF-Musterdepots nehmen wir nun an, dass wir am 01.01.2012 einen Einmalbetrag von jeweils 10.000€ in die Depots investiert haben. Aufgabeaufschläge habe ich nicht einkalkuliert. Im offensiven Depot wird das Geld zu 75% in den MSCI World und zu 25% in Staatsanleihen investiert. Das defensive Depot hat eine Aufteilung von je 50% und das defensive Depot setzt lediglich auf 25% MSCI World und 75% Staatsanleihen. Es folgt die Übersicht über alle Depotvarianten und der Performance seit dem Start:

DepotvarianteAnteil MSCI WorldAnteil Staats- anleihen EuroStand (25.01.2017)Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
Offensiv75%25% 18.152,66€+9,17%+8,88%+18,20%+16,67%+10,27%
Ausgewogen50%50%16.468,90€+7,51%+6,65%+16,30%+12,00%+10,60%
Defensiv25%75%14.785,14€+5,56%+4,14%+14,23%+7,16%+10,93%

Die Performance seit Start kann sich wirklich sehen lassen. Das offensive und ausgewogene Depot haben sich sichtbar besser entwickelt, als die defensive Variante. Es ist jedoch zu erwarten, dass es bei dem nächsten Kurssturz auf den Aktienmärkten entsprechend stärker bergab geht. Jeder muss hier seine persönliche Risikobereitschaft abschätzen und nur so viel Geld investieren wie er entbehren kann (zumindest über einen Zeitraum von 10 – 15 Jahren). Außerdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass auch herbe Verluste eintreten können und zukünftige Gewinne keineswegs garantiert sind. Wer kein Risiko eingehen möchte, der setzt besser auf Tagesgeld oder Festgeld. Dieser Gewinn an Sicherheit kostet jedoch Rendite – keine leichte Entscheidung, ich weiß!

Was mache ich? Ich habe mich für die offensive Depotvariante entschieden. Neben den hier beschriebenen Einmalanlagen spare ich monatlich in ETFs auf den MSCI World und einen ETF auf Staatsanleihen Euro. Musterdepots mit Sparplänen stelle ich in einem späteren Beitrag vor.

Falls ihr das Musterdepot nachbauen wollt benötigt ihr zunächst ein Wertpapierdepot. Ich würde zu Onlineanbietern raten, da sie deutlich bessere Konditionen haben, als Hausbauen. Ich bin z.B. bei der Consorsbank. Über eure Bank könnt ihr dann einfach eine bestimmte Stückzahl der Fonds kaufen und in euer Depot legen lassen.

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Risikofaktoren und Risikokennzahlen von Investments

Liebe Leser,

ich möchte heute über Risikofaktoren und Risikokennzahlen, insbesondere bei Aktienfonds, berichten. Viele dieser Risikofaktoren lassen sich aber auch auf andere Investments übertragen. Zunächst möchte ich die Risiken grob in zwei Bereiche einteilen: allgemeine Risikofaktoren und Risikokennzahlen.

Beginnen wir mit den allgemeinen Risikofaktoren. Diese Faktoren sollte man immer im Hinterkopf haben, sie lassen sich in der Regel jedoch nicht konkret in Zahlen ausdrücken

  • Allgemeiner Konjunkturzyklus: Typischerweise befindet sich eine Wirtschaft in einer der vier Phasen Aufschwung, Boom, Rezession oder Depression. Jede dieser Phasen dauert einige Jahre und sie alle wirken sich auf die Kursentwicklung aus.
  • Währungsrisiko: Ist ein Aktienfonds z.B. in US-Dollar, Schweizer Franken oder Englischen Pfund notiert, so ist der Wechselkurs zwischen dem Euro und der jeweiligen Währung ein Risikofaktor. Eine Anlage kann dabei durch Schwankungen der Wechselkurse sowohl steigen, als auch fallen. Über diesen Risikofaktor sollten sich Anleger immer bewusst sein, wenn sie Produkte einer anderen Währung als Euro kaufen.
  • Politisches Risiko: Eng verwandt mit dem Währungsrisiko ist das politische Risiko. Insbesondere in unsicheren Ländern droht durch direkte Faktoren wie Enteignung oder Verstaatlichung und indirekte- wie das Nichtbegleichen von Staatsschulden oder der aktiven Beeinflussung von Wechselkursen ein nicht unerhebliches Risiko.
  • Ausfallrisiko: Prinzipiell besteht bei Aktienfonds oder ETFs auch die Möglichkeit, dass die Muttergesellschaft insolvent wird. Jedoch gibt es für in Deutschland offiziell gehandelte Produkte strenge Vorschriften zur Einlagensicherung, auf deren Einhaltung die BaFin penibel achtet. So müssen die Einlagen der Anleger getrennt von dem Firmenvermögen gehalten werden und sind so auf bei Insolvenz geschützt.

Neben den obigen Faktoren lassen sich für viele (Aktien)fonds, ETF’S, Einzelaktien und viele weitere Proodukte auch konkrete Zahlen berechnen, sogenannte Risikokennzahlen. Mit Hilfe dieser Kennzahlen lassen sich verschiedene Titel objektiv vergleichen. Trotzdem bitte ich um Vorsicht, denn eine niedrige Risikokennzahl ist keine Garantie für ein sicheres Investment. Auf die genaue Berechnung der einzelnen Kennzahlen werde ich in zukünftigen Beiträgen eingehen.

  • Volatilität: Die Volatilität misst, wie stark ein Produkt um seinen durchschnittlichen Wert schwankt. Genauer wird die Standardabweichung, also die durchschnittliche quadratische Abweichung vom Mittelwert, berechnet. Diese Größe bezieht sich immer auf einen bestimmten Zeitraum. Kritisch zu sehen ist, dass die Volatilität steigende und fallende Kurse gleichermaßen bestraft.
  • Maximum Drawdown: Dieser Risikofaktor basiert auf historischen Kursdaten und gibt den maximalen Verlust wieder, den ein Anleger mit seiner Anlage hätte haben können. Heraus kommt ein maximal möglicher Verlust in Prozent. Auch hier ist Vorsicht geboten, denn zum Einen werden für die Berechnung manchmal nur Daten den letzten X Jahren genutzt und zum anderen sagt ein bestimmter maximaler Verlust in der Vergangenheit nichts über einen möglichen zukünftigen Verlust aus.
  • Value at Risk: Das „Wert im Risiko“-Maß nutzt historische Daten, um eine Wahrscheinlichkeit anzugeben mit der ein bestimmter maximaler Verlust eintreten wird. Ein Value at Risk besteht immer aus einem Betrag, einem Zeitraum und einer Wahrscheinlichkeit. Wird für eine Anlage X ein Betrag von 100€ über 10 Tage bei 99% angegeben, so wird der Verlust für die nächsten 10 Tage mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% den Betrag von 100€ nicht überschreiten (immer in Bezug auf historische Daten).
  • Sharpe-Ratio: Ebenfalls auf historischen Daten basiert diese Kennzahl. Sie vergleicht die Rendite eines Produktes mit einem sicheren Investment und gibt dann die erzielte zusätzliche Rendite im Verhältnis zum Risiko wieder. Je höher der Wert, desto besser ist das Verhältnis von Rendite zu Risiko.
  • Alpha: Im Vergleich zum Sharpe-Ratio vergleicht der Alpha-Faktor ein Anlageprodukt mit einem möglichst ähnlichen Vergleichsindex oder anderen Investment. Der Alpha-Wert gibt dann an, ob eine zusätzliche Rendite erzielt wurde (Alpha > 0). Trotzdem sollte man sich immer informieren, welcher Titel oder Index als Vergleich herangezogen wurde, denn sonst bietet dieser Wert keinen hilfreichen Vergleich.
  • Beta:  Diese Kennzahl vergleicht ein Produkt mit einem zugrunde liegenden Index. Ein Wert über 1 heißt, dass die Anlange stärker schwankt als der Durchschnitt und bei einem Wert kleiner 1 weniger stark. Ein negativer Beta-Wert bedeutet, dass sich der Titel invers zum Index verhält.

Ich hoffe, ihr habt damit einen kleinen Überblick über mögliche Risikofaktoren und Risikokennzahlen bekommen. Über Kommentare und Ergänzungen freue ich mich sehr!

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Dispokredit – Zinsberechnung

Liebe Leser,

heute geht es um den Dispokredit. Bei vielen von euch hatte der Kontostand auf dem Girokonto sicher schon mal ein Minus davor. Manchmal muss vielleicht die Miete etwas früher gezahlt werden, als das Gehalt für den nächsten Monat reinkommt oder mitten im Monat kommt eine unerwartete Abbuchung. Nun ist die Hausbank in der Regel großzügig und gewährt diese Überziehung problemlos. Man nennt dies „Dispokredit“ oder „geduldete Kontoüberziehung“.

Ich habe mich gestern gefragt: was kostet der Spaß eigentlich? Ein Blick auf meine Kontoinformationen sagt „SollzinssatzZinssatz p. a. 10,404 %„. Soll heißen, dass es mich 10,40€ kostet wenn ich das ganze Jahr über mit 100€ im Minus bin. Das ist aber fern der Praxis, denn (zumindest) ich bin nur dann und wann mal ein paar Tage im Minus. Konstruieren wir uns mal einen Beispielmonat:

Beispiel:

Tag 1 – 3: Kontostand 1000€

Tag 4 – 17: Kontostand 500€

Tag 18 – 27: Kontostand 200€

Tag 28 – 30: Kontostand -1000€

Ich bin also 3 Tage im Monat im Minus, aber die restlichen im Plus. Der durchschnittliche Guthabenstand liegt sogar bei +300€. Ginge man danach, so müsste ich gar nichts zahlen. Leider rechnen Banken die Dispozinsen taggenau ab. Das heißt, ich zahle für jeden Tag 1/360 * 10,404% an Zinsen. Das macht für Tag 28 – 30 jeweils etwa 0,29€ (1/360 * 0,10404*1000€) an Zinskosten. Da der Guthabenzins bei 0% liegt, bekomme ich für alle anderen Tage nichts.

In der Summe zahle ich also circa 0,87€ an Zinsen, obwohl ich im Beispielmonat nur drei Tage im Minus bin und eigentlich ja sogar einen positiven Gesamtdurchschnitt habe. Für die Bank ist das sicher eine gute Einnahmequelle.

Mein Tipp: Nutzt euren Dispokredit lieber nicht, denn schon kurze Überziehungen sind teuer. Ich werde zukünftig versuchen negative Kontostände sofort auszugleichen, indem ich direkt Geld von meinem Tagesgeldkonto transferiere.

Nachrechnen: Wer selbst nachrechnen möchte findet hier meine Excelltabelle

Weitere Informationen: Hier noch ein Artikel zur deutschen Zinsberechnungsmethode bei Wikipedia, denn bei der Zinsberechnung geht man von 360 Tagen im Jahr aus: Zinsberechnungsmethode

 

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Geld anlegen mit ETFs

Liebe Leser,

die Deutschen sind Weltmeister im sparen, aber schneiden bei der Geldanlage ziemlich schlecht ab. Das stellen Untersuchungen regelmäßig fest (siehe z.B. Welt Artikel). Grund dafür ist in der Regel die mangelnde Risikobereitschaft bei der Geldanlage, frei nach dem Motto: Lieber gar keine Zinsen bekommen, als Geld verlieren. Doch beim „Geld verlieren“ kommt es auf die Betrachtungsweise an:

Halten wir zunächst fest, dass Aktienmärkte schwanken. Das ist völlig normal. Die Aktien eines Unternehmens können innerhalb weniger Tage einen Großteil ihres Wertes verlieren oder das Unternehmen ist bankrott und die Aktien quasi wertlos. Deshalb meine erste Grundregel: Ich verteile mein Geld immer auf möglichst viele verschiedene Titel. Eine bequeme Möglichkeit sind Aktienfonds. Sie verteilen ihr Geld auf hunderte oder manchmal sogar tausende Unternehmen. Somit wird das Risiko gestreut und die Wertentwicklung eines Einzelunternehmens wirkt sich kaum aus.

Problematisch bei sogenannten aktiven Aktienfonds ist, dass dort ein Manager sitzt und entscheidet wann welcher Titel gekauft wird. Dazu mag der Entscheider viele verschiedene Kriterien nutzen, letztlich versucht er aber die Zukunft vorherzusagen und das ist bekanntlich eher schwierig. Für diese aktive Verwaltung wird dann in der Regel eine Gebühr fällig, die nicht selten 2 – 3 % pro Jahr beträgt.

Sogenannte Indexfonds oder ETFs (Link zu Wikipedia) verfolgen ein anderes Konzept. Sie bilden lediglich einen Index (wie z.B. den DAX oder den Dow Jones) ab und fallen oder steigen wenn der Index fällt oder steigt. Letztlich läuft im Hintergrund einfach eine Software. Die Kostenstruktur ist deutlich attraktiver. Nur wenige ETFs nehmen mehr als 1% Gebühren, einige kommen sogar mit 0.15% im Jahr klar. Damit der aktiv gemanagte Fonds den ETF schlägt, muss er besser abschneiden als der Index und zusätzlich seine jährlichen Gebühren erwirtschaften. Das gelingt kaum einem aktiven Fondsmanager, wie z.B. Stiftung Warentest (Link zum Artikel) oder Morningstar (Link zum Artikel) zeigen. So sind gerade einmal 5% der aktiven Fonds im Stande langfristig den Vergleichsindex zu schlagen, und wer weiß schon ob er gerade einen dieser Fonds im Depot hat.

Für Anleger die ihr Vermögen auf möglichst viele Unternehmen verteilen wollen und gleichzeitig nur geringe Gebühren zahlen möchten empfiehlt sich ein ETF auf den MSCI World. Dieser Index bildet mehr als 1600 Unternehmen aus 23 Ländern ab.

Zu den Zahlen: Zwischen den Jahren 1970 und 2016 bekamen Anleger eine jährliche Rendite von durchschnittlich 7%. Wichtig hierbei ist aber, dass es sich um Durchschnittswerte handelt! Die Anlage in den MSCI World ist langfristig, also sollte man sein Geld durchaus 10 Jahre entbehren können. Auf Sicht von 15 Jahren hat man, egal wann man ein oder ausgestiegen ist, niemals einen Verlust gemacht. Auf kurze Sicht kann man auch mit Indexfonds Geld verlieren, aber auf lange Sicht haben sie eine sehr gute Perspektive. Finanztip bietet für Interessierte Anleger einen detailierten Artikel mit vielen weiteren Informationen an.

Was mache ich: Ich lege einen Teil meines Geldes im Comstage MSCI World (Link zu Finanzen.net) an. Die Verwaltungsgebühren liegen bei günstigen 0.2% jährlich. Dabei zahle ich jeden Monat einen festen Betrag in einen Sparplan ein. Für diesen Betrag kauft dann meine Bank (die Consorsbank) Anteile an dem Fonds (das sind in der Regel ungerade Zahlen, also z.B. 0,93473 Anteile). Schön ist, dass die Consorsbank aktuell keine Kaufgebühren für Comstage Produkte nimmt und auch das Depot kostenlos ist. Es bleibt also bei 0.2% Gebühren jährlich. Ich möchte nochmal unterstreichen, dass dieses Geld für mich langfristig entbehrlich ist und als private Altersvorsorge dienen soll. Wenn alles glatt läuft, dann hat der MSCI World also wenigstens 30 Jahre Zeit eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Wer in zwei Jahren ein Auto kaufen möchte, der ist mit diesem Produkt definitiv falsch beraten.

 

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Riester – für mich eine gute Sache

Liebe Leser,

in diesem Beitrag möchte ich erzählen, wie das Riestern funktioniert und warum ich mich für meinen Vertrag entschieden haben und zudem eine sinnvolle Alternative vorstellen. Beginnen möchte ich diesen Artikel mit einem Gespräch, das ich exakt so geführt habe:

Ich: „Ich hab jetzt übrigens einen Riester-Vertrag abgeschlossen.“

Gesprächspartner: „Riester? Das ist doch quatsch!“

Ich: „Warum soll das quatsch sein?“

Gesprächspartner: „Alle sagen doch, dass sich das gar nicht lohnt.“

Ich: „Doch, das lohnt sich und ist ne super Sache – wenn man es richtig macht.“

Dieses Gespräch trift den Nagel auf den Kopf. Die Riester Rente hat in der Bevölkerung keinen besonders guten Ruf. Zu Unrecht finde ich!

Beginnen wir erstmal mit den Rahmenbedingungen der Riester-Rente, denn die Idee dahinter ist gut – der Staat möchte uns bei der Altersvorsorge unterstützen. Die Unterstützung gibt es zum Einen in Form einer Zulage und zum Anderen durch Steuervergünstigungen. Wenn ihr jährlich 4% eures Bruttoeinkommens in ein Riesterprodukt steckt, so packt der Staat nochmal 154€ oben drauf. Für jedes Kind gibt es dann nochmal 300€ (bzw. 185€ wenn das Kind vor 2008 geboren wurde). Maximal muss man jedoch nur 2100€ abzüglich der Zulagen einbezahlen.

Was mache ich: Ich zahle im Monat 165€ (habe auf diesen Betrag aufgerundet) ein und komme so auf 1980€ jährlich. Der Staat packt dann 154€ oben drauf. Zusätzlich kann ich diesen Betrag noch in der Steuererklärung voll geltend machen und erhalte damit circa 700€ an Steuern zurück. Die Versteuerung erfolgt erst in der Rente und liegt damit höchstwahrscheinlich deutlich unter meinem aktuellen Steuerniveau. Somit liegen am Ende eines Jahres auf meinem Riesterkonto etwa 2100€, obwohl ich nur 1280€ eingezahlt habe. Das sind schon mal ordentliche Zahlen, oder?

Der schlechte Ruf: Der schlechte Ruf der Riester-Rente rührt daher, dass es auf dem Markt viele Anbieter gibt, die für ihr Riester-Produkt sehr höhe Gebühren einfordern. So werden oft von den monatlichen Einzahlungen direkt ein bestimmter Anteil abgezogen und zusätzlich berechnet man noch laufende Gebühren. Ein Riester-Vertrag kann oft mehrere tausend Euro Abschlussgebühren kosten, die dann in den ersten Jahren abgezogen werden. Ein gutes Riester-Produkt sollte also wenig kosten.

Vielfach wird auch Augenwischerei betrieben: Beispielsweise geben Anbieter gern an, dass ein Produkt X% Zinsen pro Jahr abwirft. Dieser Prozentsatz bezieht sich aber in der Regel nur auf den Sparanteil (eingezahlte Summe abzüglich Kosten). Doch was bringen mir 4% Zinsen, wenn von der Einzahlung erstmal 50% abgezogen werden? Da dauert es lange, bis ich meine Kosten wieder drin habe. Also vorsichtig sein!

Welches Produkt nehme ich: Ich zahle in einen ganz einfachen Banksparplan ein, mehr nicht. Das Geld liegt dabei auf einem Sparkonto. Der Guthabenzins liegt dafür aktuell zwar nur bei 0.1%, jedoch kostet das Bankkonto im Jahr gerade einmal 10€. Die Rendite, die ich mit den Zulagen und Steuerersparnissen bekomme ist sehr gut (wobei man natürlich sagen muss, dass der effektive Zins bei längerer Laufzeit deutlich sinkt). Für mich ist der Banksparplan das richtige Produkt, denn ich möchte in einigen Jahren ein Haus kaufen. In der Regel lassen sich die Guthaben in Riesterverträgen in eine selbstgenutzte Immobilie einbringen. Das Geld wird also nicht ewig auf diesem Bankkonto liegen. Zudem lässt sich ein Riestervertrag in der Regel jederzeit aussetzen.

Ich sehe meinen Riestervertrag auch als sicheren Teil meines Wertanlageportfolios (mehr dazu in einem anderen Beitrag), denn alle Einlagen sind hier besonders geschützt und unterliegen, weil sie nur auf dem Bankkonto liegen, keinen Schwankungen und (wenn wir mal einen Totalcrash der Wirtschaft ausschließen) keinem Risiko.

Alternativen: Wer auf eine echte Rente mit Riester setzt (und nicht wie ich eine Hausfinanzierung plant), der sollte sich am Besten mal Fairriester ansehen. Der Anbieter investiert die Riesterbeiträge in günstige ETF-Indexfonds (mehr dazu in einem anderen Beitrag) am Kapitalmarkt. Die Gebührenstruktur ist durchsichtig und sehr niedrig. Außerdem wird Fairriester von Finanztip (siehe Artikel) und Finanztest (siehe Artikel) empfohlen.

Fazit: Riestern ist eine ziemlich gute Sache, sofern man das richtige kostengünstige Produkt wählt.

 

Weitere Informationen findet ihr bei

 

Alles Gute,

Hendrik

Los geht’s mit meinem Blog

Liebe Leser,

los geht’s mit meinem ersten Blog (eigentlich ist das Jahr 2017 ganz schön spät, um damit anzufangen, aber egal;) ). Ich möchte hier ganz allgemein über verschiedene Themen aus dem Bereich Finanzen bloggen, denn Geld ist mein Hobby. Es soll zum Beispiel um Möglichkeiten gehen Geld einzusparen und Geld anzulegen, um Versicherungen, Stromtarife und die täglichen Ausgaben oder dann und wann einfach um Erlebnisse zum Stichwort Geld aus meinem Privatleben.

Wer bin ich? Mein Name ist Hendrik, ich lebe in Münster (NRW) und arbeite auch hier, jedoch nicht im Finanzbereich. Mein Bildungshintergrund hat nicht direkt mit Finanzen zu tun, jedoch bin ich Mathematiker und somit nicht ganz fachfremd. In alle Themen über die ich hier berichte habe ich mich eingelesen und möchte diese Informationen mit euch teilen.

Warum das Ganze? Hauptsächlich, weil es mir Spaß macht, aber auch aus einem Grund der mir direkt (oder indirekt durch Freunde und Familie) immer wieder begegnet: Situationen, in denen arglose Menschen, die oft nur versuchen „es richtig zu machen“ teils durch Werbeversprechen teils durch Freunde, Banken oder Berater sehr viel Geld verlieren (und es manchmal nicht mal merken). Denn es gibt viele Personen, Organisationen und Firmen, die nicht im Interesse ihrer Klienten arbeiten, sondern primär selbst verdienen möchten und erst sekundär im Interesse des Kunden arbeiten. Ihnen wird es oft leicht gemacht, weil das Thema Geld für viele Leute ein rotes Tuch ist. Aber es ist sehr wichtig, sich zu informieren, denn der informierte Kunde hat eine deutlich bessere Chance, Dinge zu durchschauen oder rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.

Ein wichtiger Hinweis: Alles was ich hier schreibe gibt meine persönliche Meinung wieder und ist ganz bewusst keine Handlungsempfehlung. Meine Finanzentscheidungen kann ich verantworten, aber natürlich nicht eure;) Jeder sollte persönlich abwägen, welches Risiko er bereit ist einzugehen und entsprechend handeln.

Viel Spaß beim Lesen,
Hendrik